Labore für praxisnahes Lernen

Der Studiengang verfügt über erstklassige Speziallabore, die in der Region ihresgleichen suchen. Neben den Werkstätten für Elektrotechnik, Leiterplattenfertigung oder mechanische Bearbeitung verfügt das engagierte Dozententeam zum Beispiel über voll ausgestattete Reinräume, in denen die Studenten anspruchsvolle Mikrosysteme konstruieren und umsetzen. Automatische Bestückungssysteme für Leiterplatten (SMD) und präzise Labortechnik für Prototypen und Kleinserien runden die einzigartige Ausstattung ab.

Im Studiengang Mikrosystemtechnik haben die Labore einen sehr hohen Stellenwert — sowohl hinsichtlich der Räumlichkeiten und der Ausstattung als auch bezüglich der Experimente und Projekte, an denen die Studierenden in diesen Laboren arbeiten. Neben den gemeinsamen Grundlagenlaboren des Fachbereichs Ingenieurwesen I gibt es die Labore Entwurf und Applikation sowie Technologie, die dem Studiengang zugeordnet sind. Ein Teil des Labors für Physikalische Messtechnik/Werkstofftechnik ist ebenfalls besonders für die Mikrosystemtechnik ausgestattet.

Moderne Geräte und Anlagen

Die Laborräume befinden sich — wie die Hörsäle und Seminarräume auch — in den historischen Industriebauten der früheren AEG. Hinter den alten, aufwendig restaurierten Fassaden befinden sich hochmoderne Geräte und Anlagen, um die Ausbildung der Studenten auf dem neuesten Stand zu halten. Die Dozenten des Studienganges Mikrosystemtechnik stützen sich auf sehr leistungsfähige Ausrüstungen und Anlagen, mit denen die theoretischen Zusammenhänge aus den Vorlesungen im Experiment überprüft und vertieft werden können. Dazu gehören Versuche in der Werkstofftechnik, in der Fertigungstechnik oder in der Elektronik. In den Laboren kann aber auch über die Grenzen eines Fachgebietes hinaus experimentiert und getüftelt werden. Auf diese Weise wird die Komplexität der Mikrosystemtechnik im wahrsten Sinn des Wortes handgreiflich, wird das Lernen zum Begreifen.

Daneben werden die Studierenden in den Umgang mit modernen Analysegeräten eingewiesen — unverzichtbar für ihre spätere berufliche Praxis. Der Studiengang Mikrosystemtechnik an der HTW Berlin hat beispielsweise einen Zugang zu einem Rasterelektronenmikroskop, um kleinste Strukturen sichtbar zu machen. Rastertunnelmikroskope, Geräte zu Bedampfung unter Hochvakuum und Sputtertechnik, Dickschichttechnik, Maskentechnik, Technik für Leiterplatten und Baugruppen, eine Hochgeschwindigkeitskamera für ultraschnelle Prozesse und 3D-Laserscanner runden das Equipment ab. Darüber hinaus stehen umfangreiche Hardware und Software für den Entwurf und die Konstruktion von Mikrosystemen bereit. Zeitgemäß ausgestattete Testlabore erlauben es, Prototypen und Funktionsmuster herzustellen und zu analysieren.

Experimente, Übungen und Projekte — auch in Kooperation mit Unternehmen

In den ersten Semestern dominieren die klassischen Laborübungen mit vorgegebenen Versuchen. Sie dienen dazu, mikrosystemtechnische Komponenten wie Sensoren, Schaltungen und Aktoren kennenzulernen. Auch ihre Herstellung wird im Labor demonstriert und geübt. Im späteren Fachstudium rückt die praktische Arbeit im Labor zunehmend in den Mittelpunkt der Ausbildung. Die Studierenden wirken in Laborprojekten mit. So beginnt beispielsweise im dritten Semester ein Projekt mit dem Entwurf (Layout) einer Leiterplatte beziehungsweise einer elektronischen Baugruppe. Im vierten Semester wird dieser Entwurf technologisch umgesetzt, also tatsächlich gebaut. Solche über mehrere Semester laufenden, aufeinander aufbauenden und von den Studierenden selbst zu planenden und zu organisierenden Komplexlabore integrieren das Fachwissen, die Studierenden und die Dozenten, die in enger Abstimmung und persönlichem Kontakt arbeiten. Denn die individuelle Betreuung der Studierenden ist wesentlich für ihren Studienerfolg.

Solche Laborprojekte haben einen eigenen Projektplan und einen Projektleiter. Die Studierendenteams können die Aufgaben kreativ und mit viel Freiheit lösen. Das erfordert nicht nur Fachkenntnisse, sondern auch Teamfähigkeit, Präsentations- und Dokumentationstechniken und die Bereitschaft, Konflikte zielstrebig zu lösen. Diese Projekte üben in Form beruflicher Praxis.

Auch aus Kooperationen mit der Industrie ergeben sich zahlreiche Projekte, die von Studierenden bearbeitet werden. Beispiele sind Substrate für Hochtemperatur-Supraleiter in Dünnschichttechnik, integrierte Mikrokühlsysteme für elektronische Baugruppen (KÜHLSYS) oder Mikrokühlsysteme für Leistungselektronik (ThermoControl).