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Warum studieren?
Zwei wesentliche Tatsachen erfordern - schon jede für sich allein genommen - eine intensive Beschäftigung mit erneuerbaren Energien: Das ist zum einen die zunehmende Knappheit konventioneller Energie-Ressourcen und zum andern die globale Erwärmung durch sogenannte Treibhausgase. Die derzeit bekannten Erdölvorräte werden bereits deutlich vor der Jahrhundertmitte erschöpft sein. Auch Naturgas, Kohle und Uran werden - nur moderates Wachstum vorausgesetzt - in rund hundert Jahren verbraucht sein. Dies ist unumstritten - auch in der Ölindustrie. Dabei wird sich durch fortgesetztes Wirtschaftswachstum und eine zunehmende Weltbevölkerung der Energiehunger der Erde bereits bis Mitte des Jahrhunderts noch einmal mehr als verdoppeln. Steigende Ölpreise, Spannungen oder gar Kriege um fossile Energiereserven sind erste und ernste Anzeichen der sich abzeichnenden Ressourcenknappheit. Um auch langfristig unsere Energieversorgung sicherzustellen, sind Alternativen zu heutigen Energieversorgungsstrukturen dringend erforderlich. Durch die Verbrennung fossiler Energieträger werden große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Der Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre ist bereits heute höher als zu irgend einem Zeitpunkt der vergangenen 250.000 Jahre. Namhafte Klimaforscher sagen einen möglichen Anstieg der Kohlendioxidkonzentration auf mehr als das Doppelte des heutigen Niveaus voraus. Die Folge wird eine extreme Zunahme der globalen Temperaturen und ein signifikanter Anstieg der Meeresspiegel sein. Dadurch werden Wetterextreme und Naturkatastrophen erheblich zunehmen. Beginnende Klimaveränderungen zeichnen sich bereits heute ab. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte darf davon ausgegangen werden, dass die Kernfusion auch in den nächsten Jahrzehnten nicht kommerziell verfügbar sein wird. Somit sind erneuerbare Energieträger die einzigen derzeit existierenden kohlendioxidfreien Alternativen, die globale Energiewirtschaft nachhaltig umzustellen und die Klimafolgen für künftige Generationen in Grenzen zu halten. Fazit: Das Ende des "fossilen Zeitalters" ist absehbar. Wir und unsere unmittelbar nachfolgenden Generationen werden dies einerseits wirtschaftlich und politisch, andererseits aber auch in Form schädlicher Klimaveränderungen erleben, wenn nicht unmittelbar mit dem Umbau der Energiewirtschaft auf erneuerbare, unerschöpfliche Energiequellen begonnen wird. Nach menschlichem Ermessen unerschöpflich ist die Strahlung der Sonne, die auf der Erde nutzbar gemacht werden kann mit Hilfe von Wind- und Wasserkraftanlagen, Photovoltaik- und solarthermischen Anlagen, Biomassenutzung oder auch direkt durch passive Solarenergienutzung in Gebäuden. Als einzige weitere unerschöpflichen Energiequellen können daneben die Geothermie und Gezeitenenergie angesehen werden. Der Umbau der Energiewirtschaft kann nicht schlagartig erfolgen. Es wird sich vielmehr um einen Wachstumsprozess handeln. Dieser hat begonnen und er muss aufrecht erhalten werden, um bis Mitte des Jahrhunderts eine überwiegende regenerative Energieversorgung sicherstellen zu können und auf dem Weg dorthin die negativen Folgen der Verknappung konventioneller Energieträger zu minimieren. In den vergangenen Jahren konnten verschiedene Formen regenerativer Energienutzung jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich aufweisen. Deutschland zählt zwar in einigen Bereichen zu den Vorreitern, doch sind die Märkte der Photovoltaik in Japan, der Solarthermie in China und der Offshore-Windkraftnutzung in Dänemark deutlich weiter entwickelt als in Deutschland. Darum gilt es, für Deutschland bei diesen Technologien den internationalen Anschluss zu wahren, um als exportabhängige Nation künftig bei den Wachstumsmärkten der regenerativen Energien mit zu den Technologieführern zu zählen und nicht diese Märkte an andere Länder zu verlieren. In der Windkraft wurden beispielsweise bereits bis heute in Deutschland weit über 40.000 zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen. Auch wenn der Markt der regenerativen Energien und damit die Arbeitsplatzsituation noch stark von politischen Rahmenbedingungen abhängt, sind die Berufsaussichten für Fachkräfte im Bereich der regenerativen Energien mittel- und langfristig sehr positiv. Bereits in weniger als zwei Jahrzehnten können regenerative Energien komplett wirtschaftlich konkurrenzfähig zu konventionellen Energieträgern werden und diese im großen Maßstab ablösen. Hierzu werden dann eine Vielzahl gut ausgebildeter Fachkräfte benötigt. Die HTW Berlin stellt sich mit ihren zukunftsweisenden Studiengängen bereits heute der Herausforderung, Ingenieurinnen und Ingenieure im Bereich der regenerativen Energien eine hochwertige und qualifizierte Ausbildung zu bieten und somit einen Beitrag zur Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung zu leisten. |