Von wegen Unis zweiter Klasse
Annabella Rauscher-Scheibe ist theoretische Physikerin und leitet die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin). In einem Gastbeitrag im Tagesspiegel schreibt sie über die Rolle der Hochschulen für angewandte Wissenschaften.
Nein, auf den Anruf für den Nobelpreis wartet bei uns an der Hochschule niemand. Dafür klingelt regelmäßig bei Kolleg*innen das Telefon, wenn Politik oder Medien wissenschaftliche Expertise benötigen, sei es zur Schuldenbremse, zur Rentenreform, zur regenerativen Energieversorgung oder zum Zustand der Deutschen Bahn.
Unser Studium wurde lange nicht ernst genommen, es galt als „verschult“ und weniger anspruchsvoll als an Universitäten. Doch wir Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) sind heute ein zentraler Akteur im wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs. Wir haben uns unseren Platz in der Hochschullandschaft erobert. Mehr als ein Drittel aller Studienanfänger*innen entscheidet sich inzwischen für ein Studium bei uns – Tendenz steigend.
Forschung als selbstverständlicher Arbeitsauftrag war uns, vor rund fünfzig Jahren als Fachhochschulen gegründet, nicht in die Wiege gelegt, wissenschaftliches Prestige nicht mitgedacht. Dieser neue Typ Hochschule sollte vor allem schnell die wachsende Nachfrage nach akademisch ausgebildetem Personal für wachsende Berufsfelder wie Sozialarbeit, Gestaltung, Wirtschaft und Technik befriedigen.
Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Printausgabe des Tagesspiegels vom 12. Februar 2026. Dieser ist auch online abrufbar (Paywall).